Donnerstag, 20. August 2009

Das große Knattern beginnt: Berlin, Berlin, wir tuckern nach Berlin

Von Andreas May | Abgelegt unter: Aktuelle News, Berichterstattung

Prolog zur 2. Hamburg-Berlin Klassik-Rallye

Prolog zur 2. Hamburg-Berlin Klassik-Rallye am Hamburger Fischmarkt

Liebe Freunde der motorisierten Fortbewegung,

leider kann dieser Text nicht sprechen. Was Sie hören würden? Brumm, Brabbel, Peng. Na ja, all diese Geräusche eben, die Autos aus der guten alten Zeit so von sich geben.

Unser Porsche 356 zum Beispiel, den wir bis Samstag 650 Kilometer nach Berlin bewegen dürfen. Einer aus der Abteilung Brumm, Brabbel, Peng. 49 Jahre alt, 75 Pferdchen im Heck, stürmisch im zweiten Gang, frisch wie aus dem Laden. Und einer von 180 Oldies, die bei der zweiten Ausgabe der Hamburg-Berlin Klassik mitfahren.

Leopold Prinz von Bayern

Leopold Prinz von Bayern

Fischauktionshalle Hamburg, es ist Donnerstag, 13 Uhr. Schon vor dem großen Brabbeln der Motoren sehen zwei wie die sicheren Sieger aus. Während 358 Teilnehmer andachtsvoll den Worten von Rallyeleiter Peter Göbel lauschen, bringen zwei Männer ihr Roadbook auf Vordermann. Ulrich Knieps, Chef der BMW-Kommunikation, und Leopold Prinz von Bayern, ehemaliger Rennfahrer und Markenrepräsentant von BMW, kleben rote Märkchen auf die Seiten mit den Wertungsprüfungen, markieren mit gelben, grünen und orangefarbenen Stiften streng schematisch Zeiten, Streckenlängen und Durchschnittsgeschwindigkeiten.

Dann inspiziert Prinz Poldi (er ist der echte, der Fußballer ist der falsche) seine Tasche: Zwei Digital-Stoppuhren, Ersatzbatterien, Taschenrechner, Klettverschluss, um wichtige Dokumente ans Brett zu fixieren. „Herzlichen Glückwunsch schon vorab zum Sieg, Prinz Poldi!“ Da muss er schmunzeln. Und sagt: „Wir sind schon ehrgeizig. Dabei sein ist für uns nicht alles.“ Auf der Mille Miglia wurde Prinz Poldi 41. von 370 Teilnehmern, jetzt will er im BMW 328 von 1937 in Hamburg abräumen. Und freut sich auf die Rallye: „Ich mag den Norden, die Landschaft ist klasse. Nur München ist noch schöner.“

TV-Koch Tim Mälzer ist auch wieder dabei

TV-Koch Tim Mälzer ist auch wieder dabei

Wenn das Tim Mälzer hören würde! Der TV-Koch ist ein echtes Nordlicht, geboren, aufgewachsen in Pinneberg bei Hamburg, gastronomisch groß raus gekommen an den Kochtöpfen aller TV-Sender. Jetzt nimmt er sich einen Tag Zeit für die Rallye. Warum nur einen Tag? „Mensch“, sagt Mälzer, „ich bin Existenzgründer und hab gar keine Zeit.“

Da muss er selber herzlich und laut loslachen. Doch bevor sich der 38-Jährige in die Küche seiner brandneuen „Bullerei“ im Hamburger Schanzenviertel begibt, steigt er in einen goldenen Ford Mustang, Baujahr 1968 mit 280 PS. „Das ist mein eigener“, erzählt Mälzer stolz. Und: „Es ist mein Alltagsauto, parkt vor meinem Restaurant und bei Sonne und Sturm auch vor meiner Wohnung.“ Warum ausgerechnet ein Oldie? „Weil ich mich in keinem neuen Auto wohl fühle.“ Einen VW T1-Bus in Samba-Ausführung (mit kleinen Scheiben oben und Faltdach) hat sich der TV-Koch sogar restaurieren lassen, im Heck schiebt ein 110-PS-Porsche-Motor Dienst. Unvernünftig sei das nicht, schließlich sollten Autos vor allem Spaß machen. Apropos: Was verbraucht der Mustang so? Da muss Mälzer lachen. „Mit Pinneberger Fahrstil, also als bunte Sau vor der Ampel, so um die 20 Liter. Aber ansonsten kommt der Wagen mit 13 Litern klar. Glaub ich jedenfalls.“

Ehrenwort: Bei der ersten Etappe kam der Mustang mit weniger als 13 Litern aus. Denn es ging nicht um Schnelligkeit, sondern um ganz viel Geschick und Gefühl im Gasfuß. Dann, wenn Schlauch oder Lichtschranke in vorgegebener Zeit überwunden werden mussten, mit Tempo 13 oder neun oder 20. Welch ein Spaß. Und welch ein Sound, wenn die Auspuffe danach wieder qualmten. Brumm, Brabbel, Peng, wir tuckern nach Berlin.

Nennfrist für 2011 ist abgelaufen!

Bis Ende März werden die Teilnehmer - die es ins Starterfeld geschafft haben - benachrichtigt.
 
Für Rückfragen und Änderungen zu Ihrer Nennung, wenden Sie sich bitte direkt an das Rallye-Büro.
 
Ihre Nennung können Sie weiterhin hier einsehen.

Schirmherr 2011

Portrait Dr. Peter Ramsauer Dr. Peter Ramsauer
 
Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
 
Oldtimer dienen der „Pflege des kraftfahrzeug-technischen Kulturgutes“. Ja, das tun sie zweifellos. Aber Oldtimer sind noch weit mehr, als das eher nüchterne Verwaltungsdeutsch vermittelt. Sie sind charakteristische Zeitzeugnisse des technischen Fortschritts. (Weiterlesen...)
 

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